14.02.2017 Die mobile Zukunft ist in Bruchsal längst gegenwärtig

Vortragsveranstaltung für Fuhrparkverantwortliche an der 1-a-Adresse für Energie und Mobilität.

Ziel der Bundesregierung ist es, „dass bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf unseren Straßen im Einsatz sind“, so Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Konferenz ‚Elektromobilität bewegt weltweit‘ am 27. Mai 2013. Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers AG vom August 2016 dürften hierzulande am Ende des Jahrzehnts höchstens rund 500.000 Elektro- und Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge zugelassen sein.

Elektro- und Erdgasmobilität sind Teil der Energiewende, und die wird bekanntlich lokal und regional von der Energiebranche umgesetzt. Entsprechend hatte die Energie- und Wasserversorgung Bruchsal GmbH (ewb), die bei ihrem Unternehmensfuhrpark mit gutem Beispiel voranfährt, Ende Januar Fuhrparkverantwortliche aus Bruchsal und der Region zu einer Vortragsveranstaltung zum Thema alternative Antriebe eingeladen. Rund 30 Unternehmensvertreter, die entweder für den Einkauf der Fahrzeuge oder darüber hinaus auch für den Fuhrpark ihres Unternehmens verantwortlich zeichnen, waren der Einladung gefolgt, sich über die Vor- und Nachteile von Fahrzeugen mit herkömmlichen bis alternativen Antrieben informieren zu lassen. Zum Auftakt der Veranstaltung, zu der Armin Baumgärtner als neuer Geschäftsführer des Stadtwerke-Unternehmensverbundes die Gäste begrüßte, stellte Hannes Schmidt, ewb-Energievertriebsmitarbeiter, die Frage „Fahren Sie schon grün?“ und nahm damit Bezug auf die im ewb-Fuhrpark – neben solchen mit konventionellen Benzin- und Dieselantrieben (40 %) – bereits zahlreich genutzten Fahrzeuge mit alternativen Erdgas- (48 %) und Elektroantrieben (12 %). Er verwies auch auf die ewb-eigene moderne wie leistungsfähige Bio-Erdgastankstelle im Wendelrot 1a, in Sichtweite der ‚Media-Markt-Kreuzung‘, an der neben Pkw auch Lkw und Busse rund um die Uhr betankt werden können. Über die gängigen Zahlungsmöglichkeiten hinaus bietet die ewb für Unternehmen mit mehreren Erdgasfahrzeugen die Nutzung einer Flottenkarte mit kostenloser monatlicher Abrechnung an. Neben Erdgasfahrzeugen der Hersteller Fiat, Opel, VW, Mercedes Benz und Skoda sind im ewb-Fuhrpark seit 2012, als die ewb die erste öffentliche Stromtankelle im Gewerbegebiet Stegwiesen eröffnete, auch Elektrofahrzeuge von Renault und Nissan im Einsatz, die mit 100%igem Ökostrom betankt werden und somit nahezu emissionsfrei sind. Dank des Gemeinschaftsprojekts ‚zeozweifrei unterwegs‘ von Wirtschaftsförderung Bruchsal GmbH (WFG), Umwelt- und EnergieAgentur Kreis Karlsruhe GmbH (UEA), ewb sowie Städten und Gemeinden im Landkreis Karlsruhe steht mittlerweile ein insgesamt sehr dichtes Ladenetz mit rund 50 Ladesäulen in der Region zur Verfügung.

Nach den grünen Aussichten in Sachen regenerative Antriebe und alternative Kraftstoffe warf Nikolai Csima, Fuhrparkberater sowie Regionalberater des Vereins zukunft mobil Baden-Württemberg e.V., die Frage auf, die sich alle Fuhrparkverantwortlichen stellen sollten: „Mein Fuhrpark - wirtschaftlich und nachhaltig?“ Er verglich die Neuzulassungszahlen zwischen 2006 und 2016 von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben, darunter Erdgas (CNG), Autogas (LPG), Elektro (ohne Zweiräder), Wasserstoff Brennstoffzelle (BZH2) und Ethanol. Bei der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung fünf verschiedener VW-Golf-Modelle durch zukunft mobil schnitt die Erdgasversion am besten ab, gefolgt von der Diesel- und Benzinvariante. Die Modelle mit Elektroantrieb konnten vor allem wegen ihrer höheren Anschaffungskosten weniger gut punkten. Csima, erklärter „Erdgas-Fan“, der selbst ein Erdgasfahrzeug fährt, zeigt sich vor allem beim Tanken, der Zuverlässigkeit und Ausgereiftheit der Technik sowie beim Fahrgeräusch „absolut begeistert“. Sein Fazit: Erdgasfahrzeuge sind umweltschonend und mit Abstand am wirtschaftlichsten, stehen erstaunlicherweise aber absolut nicht im Fokus der Politik und werden selbst von den Herstellern so gut wie nicht beworben. Marc-Oliver Prinzing, unter vielem anderem ebenfalls Regionalberater von zukunft mobil sowie Vorsitzender des Bundesverbandes Fuhrparkmanagement e.V., gab spannende Einblicke in die „Halterhaftung in der Praxis“, präsentierte eine Menge positiver wie negativer, aber immer höchst unterhaltsamer Beispiele aus dem Berufsalltag der Fuhrparkverantwortlichen. Der Fahrzeughalter, juristisch gesehen der Unternehmensgeschäftsführer, hat unterm Strich hohe gesetzliche Anforderungen zu erfüllen, das Risiko für alle Beteiligten zu minimieren und im Sinne des Unternehmens und der zuständigen Mitarbeiter für Transparenz und Rechtssicherheit zu sorgen. Prinzing empfahl den Geschäftsführern und Fuhrparkverantwortlichen, die Halterpflichten möglichst zu delegieren und dies aus Beweisgründen im Falle eines Falles in schriftlicher Form zu dokumentieren. Am Ende seines Vortrags war die anfängliche Blässe seiner ob ihrer vielen Pflichten zunächst leicht geschockten Zuhörer wieder einer zuversichtlichen Gesichtsfarbe gewichen.

Weitere Infos bei ewb-Vertriebsmitarbeiter Hannes Schmidt unter Tel.: 07251/706-131 oder nach Mail an: hannes.schmidt(at)ewb-bruchsal.de